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apfelringe und englisch-wörterbücher
"Alles, was Ihnen seltsam vorkommt, können Sie zuerst kosten", beruhigt Bea Fasolt. In ihrem kleinen Bio-Imbiss "Bea's Urkost" in der Mariahilferstraße bietet sie auch Außer- und Ungewöhnliches. Ginger Beer, allerlei Tofu-Speisen, eine "Ur-Suppe", oder ein Getränk namens "Wasserkefir", eine aufwändige Kombination aus Kristallalgen, Feigen, Zitronen und Quellwasser. Das (mit etwas Skepsis vorgenommene) Kosten ergab: Wasserkefir erfrischt und Algen in einem Getränk hören sich nur ekelig an.
Die Ur-Suppe ist fertig... (Fotos: Kanya)
kein extra-wunsch ist zu extra
Erst seit Februar diesen Jahres betreibt Bea Fasolt den vegetarischen Bio-Imbiss. Alle Speisen werden frisch und für jeden Gast individuell zubereitet. Der Kunde ist hier nicht nur König, sondern mindestens Kaiser - mit freier Wahl bis zum Schluss: das Bio-Aufstrich-Weckerl gibt es je nach Wunsch mit einer oder auch zwei Priesen Pfeffer, mit oder ohne Schnittlauch, serviert auf dem Teller mit oder dem ohne Blumen. Werden ihr die Extra-Wünsche nicht manchmal zu viel? "Nein, nein", winkt Bea Fasolt ab. "Wenn die Bestellung sehr speziell wird, dann dauert es halt ein bisschen länger."
Für jeden Gast die richtige Tasse...
In Bea's Laden braucht man Zeit. "Ich bin jetzt über 50 und ich habe mir vorgenommen, ich lasse mich nicht mehr stressen und stresse auch andere nicht mehr", erklärt Bea Fasolt. "Wenn jemand sehr wenig Zeit hat, dann ist es besser, wenn er das, was er zu erledigen hat, davor erledigt." Dafür kann man, hat man eine "Ur-Suppe" bestellt (ähnelt einer klaren Gemüsesuppe), so viel "nachessen", wie man will, zahlt aber nur den ersten Teller. Das gleiche gilt für Tee.
kaufen und tauschen
"Bea's Urkost" ist nicht nur Imbiss, sondern auch Laden: zur Auswahl stehen Bio-Cornflakes, Kernöl oder Apfelringe, eine kuriose Flohmarkt-Büchermischung oder ein Tausch-Regal, für das man kein Geld benötigt, sondern nur Gegenständie, die man selbst nicht mehr braucht.
"Bea's Urkost"
Mariahilferstraße 11, 8020 Graz
Kontakt: 0676-6305702 (Bea Fasolt)
Öffnungszeiten: Di-Sa, 8 - 20 Uhr / Mo+Mi, 14 - 20 Uhr
Die andre Welt vor der Haustür
Das Chiala’ Afriqas Festival bringt Afrika nach Graz. Besucher packen die gute Laune ein und lassen Klischees und Vorurteile zu Hause. Der Veranstalter, das AfrikaZentrum am Grießplatz, lädt auch Leute mit Tunnelblick ein, über den Tellerrand zu schauen.
Laut dem Veranstalter ist die Grundidee des Chiala' Afriqas Festivals, durch Kunst, Kultur und gemeinsames Feiern einen Beitrag zu einem besseren afrikanisch-europäischen Verständnis zu leisten - so funktioniert Integration!
In unterschiedlichen Workshops gibt’s den schwarzen Kontinent zum Angreifen. Ob Trommelwirbel, Haarstyling, Tanz oder Mal- und Töpferkunst – das Festival bietet einen interessanten Kulturquerschnitt. Afrikanische Filme geben Einblick in die andere Welt Afrika.
Highlight des Festivals ist das Augartenfest am Wochenende. International bekannte afrikanische Musiker spielen live und sorgen, ebenso wie ein afrikanischer Markt, für stimmiges Ambiente. Besucher können sich zudem auf kulinarische Erlebnisse freuen.
Nach dem Schlemmen folgt das Rennen: Beim Fußball-Kleinfeldturnier können sich Hobbykicker die überschüssigen Kalorien wieder abarbeiten. Dass das Festival familienfreundlich ist, dafür sorgt das Kinderprogramm. Es wurde mit dem Grazer Kindermuseum FRida & FreD ausgearbeitet.
Kulturbegeisterte sollten sich das Festival keinesfalls entgehen lassen – selten war eine fremde Welt so nah.
mursurfer auf Surf-Urlaub bis 16. Oktober
Die Moldau durch Tschechien, der Parana durch Argentinien, die Donau durch Ungarn – die Mur-Geschwister fließen durch die ganze Welt. Ich werde sie entdecken, erobern, ersurfen, und lege darum eine kleine Schreibpause ein.
Am 16. Oktober kehre ich zur Mur zurück. Brisant, vernetzt und pipifein.
Cowabunga und auf ein baldiges Wiederlesen!
euer mursurfer
mit musik gegen leere kassen
Rund um den Marialferplatz angesiedelte Gastronomen wollen das Areal durch musikalische Veranstaltungen mit namhaften Gruppen wie der Nenad Vasilic Balkan Band beleben. Das Projekt Murszene 06 soll einem Kundenrückgang vorbeugen, der durch die Umsiedlung des Jazzsommers befürchtet wird.
An fünf Wochenenden, vor und nach dem Straßenfestival La Strada, schafft die Aktion unter dem Motto „Graz trifft die Welt“ ein „Multi-Kulti-Feeling“, ohne dabei dem Jazzsommer Konkurrenz machen zu wollen, wie die Gastwirte betonen.
Murszene 06, Live am Mariahilferplatz, 13. Juli bis 18. August 2006, Konzertbeginn: jeweils 20:00 Uhr
In zwölf Jahren um die Welt
„Am achten Juli gehe ich los. Oder am neunten, nach dem Endspiel“. Wann er zurückkommen wird, das weiß Andre Stöckl nicht auf zwei Tage genau. Zwölf Jahre hat er für seinen Marsch um den Erdball reserviert. Fünf Kontinente, 68 Länder, in etwa 76.000 Kilometer. Nach seiner Europa-Wanderung, etlichen anderen Märschen und Survival-Trainings ist der 32-jährige Grazer gerüstet.
Das Ziel vor Augen
Die eigentlichen Ambitionen sind aber nicht sportlicher Natur: „Die Herausforderung, die mich am Menschen interessiert, ist, wie er mit Einsamkeit umgeht. Die zweite ist, den Menschen offen zu begegnen und einen Austausch zu schaffen“. Für sich persönlich will Andre sich ein „ethnografisches Bild der Welt“ schaffen.
Mit dem eigens gegründeten Verein Bangea hat er seine Zentrale in Graz, die für die Organisation sorgt, die Bilder und Berichte aus aller Welt weiter verarbeitet und an die Öffentlichkeit trägt. Andre geht – wörtlich - zu den Menschen und will damit ein Zeichen setzen, „damit die Leute die Angst verlieren, denn Angst führt zu Aggressionen“.
Schritt für Schritt
Für die Ausrüstung und die Versicherung haben sich bereits Sponsoren gefunden. Aber das Projekt lebt auch von privaten Spenden, die jedoch nicht dem Wandersmann allein zugute kommen. In „kleine, zielorientierte Projekte“ wird das Geld investiert. So ist Andre in Österreich für das Grazer Raumwerk unterwegs, das offene Arbeitsstätten für Künstler schafft.
Jedes Jahr wird es außerdem eine Benefiz-Veranstaltung geben. Den Anfang macht ein Konzert am 29.Juni (Don Bosco, Beginn 19:30 Uhr). Die Hälfte der Erlöse geht an die Lebenshilfe Deutschlandsberg, die andere ist das Startkapital für den langen Marsch.
Näheres zum Projekt und zum Konzert auf der Allroundtheworld-Homepage. (http://www.allroundtheworld.com/)
Rockmanie in Graz
Kurt Flecker, Landesrat für Soziales, Kultur und Arbeit (SP), stellte heute im Rahmen einer Pressekonferenz die Seminarreihe Infomania vor. Das Projekt, bei dem erfahrene Profis der modernen Musik ihr Wissen potentiellen Nachwuchskünstlern vermitteln, soll jungen Leuten den Weg zur besonderen musikalischen Qualität ebnen. Insgesamt wurden bislang 37 Punktseminare zusammengestellt. Für Probleme jedweder (musikalischen) Art werden Lösungen und Support angeboten. „Persönliche finanzielle Engpässe sollen in der Steiermark weder den Kunstgenuss, noch die künstlerische Produktion verhindern“, meint Flecker. Der Preis für ein dreistündiges Seminar beläuft sich auf 7€. Schauplatz der Einheiten ist das Grazer Orpheum. Die Anmeldung erfolgt einfach per Internet.
she keeps the 60´s alive
Fernab von stillosen Großunternehmen in der Innenstadt erschließt sich in der Mariahilferstraße 12 das kleine aber feine Antiquitätengeschäft namens "Steirerfloh". Eine echte Fundgrube, für alle Retro-Fans und Accessoirefetischisten. Auf minimalstem Raum finden sich extravagante Lampen, kostbare Möbelstücke und kultige Teile aus Mamas wilden Zeiten.
Cooler Helm für heiße Birnen Seit vier Jahren führt die ehemalige Sozialarbeiterin Eva Toriser das kleine Pop- und Plastik-Mekka. Sie ist bis jetzt die einzige, die dieses Potpourri aus drei Jahrzehnten anbietet. Ihre Schätze ergattert die Grazerin meist auf Flohmärkten und auf E-bay. "Demnach niedrig sind auch unsere Preise, denn die meisten Stammkunden sind Studenten," so Eva.
Eva Toriser mit Willy Vierteljährlich gestaltet sie ihren Retro-Shop nach verschiedenen Themenschwerpunkten. So findet sich im Juni alles zum Thema "Die Welt des Kindes" ein - kultiges Spielzeug und eine Kinderbuchssammlung, die bei so manchem schöne Kindheitserinnerungen erweckt.
Hüpf dich frei! Eva Toriser bietet außerdem Kunsthandwerk der unabhängigen Künstlerplattform KiG an. Einmal im Monat veranstaltet die Grazerin einen Flohmarkt vor dem Geschäft, "damit die Kunden die Hemmschwelle überwinden." Zusätzlich organisiert sie Design- und Bücher-Flohmärkte. Der nächste Büchermarkt findet von 8. bis 10. Juni statt.
Promenadenmischung

(Foto: Zündel)
Dem Fluss lauschend können die Grazer hier lange und ausgiebige Spaziergänge machen. Für Sportliche eignet sich die Murpromenade zum Joggen, Radfahren oder Walken. Bei schöner Umgebung fallen einem auch solche Anstrengungen etwas leichter. Auf einer Seite des Flusses wurde die Strecke asphaltiert. Skater haben es so leichter sich fortzubewegen. Wagemutigere können sich auch an der Kletterwand am Rand des Weges probieren. Ich habe sogar schon Kajakfahrer auf der Mur gesichtet. Die Möglichkeiten Sport zu betreiben ist an der Promenade wirklich sehr vielfältig.
Wenn man es lieber etwas gemütlicher angehen möchte, kann man sich auch einfach auf die Steine setzen und dem Fluss zuschauen. Bänke entlang des Weges ermöglichen das bequeme Genießen der Umgebung. Das Wasser und die Frühlingsluft werden auch beim unromantischsten Nörgler die Laune heben. Hundebesitzer können ihre Lieblinge im Fluss schwimmen lassen, damit diese ebenfalls auf ihre Kosten kommen. Als Treffpunkt für Freunde eignet sich das Kaffeehaus auf der künstlichen Murinsel. Die ungewöhnliche Architektur dieses Gebildes gibt einem das Gefühl in einer großen Blase zu sitzen und macht den Aufenthalt einzigartig.

(Foto: Zündel)
Nach einem stressigen Tag möchten viele Berufstätige raus aus den vier Wänden und in die Natur. Es ist gar nicht notwendig ins Auto zu steigen, um aus der Stadt zu kommen. Die Murpromenade ist im Herzen von Graz wie eine grüne Oase. Sie bietet den idealen Raum für den Ausgleich zum Alltag. Besonders abends findet man hier viele Gleichgesinnte, die sich auch nach Balance im Leben sehnen. Da wimmelt es von sportlichen Großstädtern, die die steigenden Temperaturen genießen. Wenn dann die Sonne untergegangen ist und die Laternen leuchten, kehrt wieder Ruhe ein. Bis zum nächsten Tag…

(Foto: Zündel)
rené findenig, redakteur
René Findenig erblickte das Licht der Welt vor 23 Jahren im schönen Kärntner Lavanttal. Daheim wurde es ihm schnell zu eng. Nach einem Abstecher nach Wien landete er schließlich in der Mur(surfer)-Metropole. Als stilles Wasser macht er der Mur Konkurrenz, allerdings sind seine denkerischen (Un)Tiefen noch nicht vollständig erforscht.
liebeskummer-party unter der brücke
Für vier Tage hatte das Grazer Künstlerinnen-Duo "Resanita" eine Erste-Hilfe-Regenerations-Verarbeitungszentrale für unglücklich Verliebte und Verlassene eingerichtet.
Von Fotos zerreißen, am Lagerfeuer das Herz wärmen, das Unglück an der Bar ertränken bis zu Kartenlesen auf der Suche nach neuem Liebesglück - das Liebeskummer-Lokal bot perfektes Service und alle Optionen. Als Alternative konnte man auch jederzeit nebenan in die Mur springen...
Geteiltes Leid ist halbes Leid, im Liebeskummer-Lokal. (Fotos: Kanya)
murimpressionen
Wenn das Wetter es gut mit uns meint und der Regen nicht die Murpromenade flutet, dann kann man diese auch ohne Neopren-Anzug und Schnorchel betreten. Auf wen und was man am Weg von der Hauptbrücke bis hin zur Murinsel stößt, können Sie sich hier anschauen.
Ohrenzuckerl
wir bringen sie zum klingen,
sie bringt uns durcheinander,
wir verstehen sie so wenig,
wie wir uns untereinander,
denn in manchen momenten ist sie für eine weile
mehr als die summe der einzelnen teile
schrieb die deutsche Band Kante in ihrem 2001 veröffentlichten Album „Zwischen den Orten“. Gemeint hatte die Indiepopgruppe mit diesem kleinen Rätsel nichts anderes als "Musik". Auch die Summe von einzelnen Musik-Stücken ist mehr als die Summe von einzelnen Teilen: Das wollen die Künstler Nina Hoechtl und Eduardo Thomas, die derzeit Graz im Rahmen des Projekts "Ear Candies" besuchen, zeigen. Noch bis zum 20. Mai stehen die beiden mit ihrem Auto an verschiedenen Plätzen in Graz und bitten Passanten, ihnen Musikstücke zu bringen. Tracks in jedem Format - egal ob CDs, MP3, Ogg oder WMVs - werden angenommen.

Ziel des Projekts ist es, eine musikalische Mappe der Stadt zu erstellen. Bisher waren die Künstler in den Städten Leipzig, Ústi nad Labem und Dunaúvaros und haben dort genau dasselbe gemacht. Wer also die musikalische Mappe von Graz mitgestalten will, der sollte die beiden in den kommenden Tagen aufsuchen und 5 seiner Lieblingslieder mitbringen - als Gegenleistung gibt's 10 andere Songs zurück. Fairer Deal.
Da sind die Ear Candies vor Ort:
16. - 19. Mai, 11.00 - 14.00 Uhr Uni / Geidorfgürtel
16. - 18. Mai, 16.00 - 19.00 Uhr und
20. Mai 13.00 - 15.00 Volksgarten/Weißeneggergasse
19.Mai, 16.00 - 19.00 Uhr und
20.Mai, 17.00 - 20.00 Uhr Stadtpark / Sauraugasse
Im Winter werden die Ergebnisse der künstlerischen Intervention im Forum Stadtpark präsentiert.
Bewegungsmelder: Augarten
Der Augarten befindet sich in Jakomini, dem sechsten Grazer Gemeindebezirk. Der Park liegt direkt an der Mur – genauer gesagt am linken Murufer – zwischen der Grazbachgasse und dem Schönaugürtel. Erreichen kann man den Augarten vom Jakominiplatz aus mit der Linie 34, Haltestelle Augartensauna.

Das Augarten-Fort
Das gesamte Gelände erstreckt sich über eine Fläche von etwa 7,5 Hektar. Es beherbergt das städtische Augartenbad, das Kino im Zentrum - Augartenkino, das Museum der Wahrnehmung, das Kindermuseum Frida und Fred und das multikulturelle Lokal „Auschlößl“. Der Hauptweg durch den Augarten, die St.-Petersburg-Allee, ist betoniert, sodass man den Park auch mit Inline Skates durchqueren kann. Im Moment werden einige andere Wege neu angelegt und somit „skateable“ gemacht.

Inline Skates und Sliding. (Fotos: Ausserhofer)
In der Mitte des Augartens befinden sich ein neuer Kinderspielplatz und ein kleiner Skatepark mit Quaterpipe und Rail. Entlang der Mur gibt es einen Radweg, der von Andritz nach Liebenau und weiter führt. Mehrere große Wiesen laden ein zum Sonnenbaden, Fußballspielen und Frisbeewerfen. Für Hunde gibt es ein eigenes Fleckchen Rasen im Norden des Parks. Der Augarten ist natürlich rund um die Uhr zugänglich und das bei freiem Eintritt. Das gilt natürlich nicht für das MuWa (Museum der Wahrnehmung), das Kindermuseum und das Kino im Zentrum.
Lokalaugenschein:
Drei Fragen an…
…die Studentin Patricia.
- Was machst du gerade? Ich liege in der Sonne und lese ein Skriptum für die Uni.
- Warum hast du dir den Augarten zum Lernen ausgesucht? Es ist hier nicht so viel los wie im Stadtpark und man ist im Grünen, ohne die Innenstadt verlassen zu müssen.
- Was fehlt im Augarten noch? Es gibt hier ein gutes Kino, ein Schwimmbad, Cafés und ein originelles Museum. Ich bin mit dem Angebot sehr zufrieden.
grazgeschichten. Wie man hier lebt.
Markus Böhme ist junger Literat. Der 23-jährige studiert an der Fachhochschule Joanneum Informationsmanagement in Graz. Zur Zeit schreibt er seine Diplomarbeit, abseits widmet er sich einem Hobby, das fern der Technik liegt - der Schriftstellerei.
Die Themen seiner Geschichten sind ungewöhnlich, Horror steht im Mittelpunkt. Nach einigen Erfolgen mit Veröffentlichungen seiner Kurzgeschichten hat Markus Böhme einen Verlag für seinen ersten Roman gefunden.
mursurfer.at sprach mit dem Jungliteraten über Horror, Probleme und Motivation.
Sollten sie das Video nicht abspielen können, dann klicken Sie bitte hier.
Markus Böhmes Roman "Das Wakan-Tanka" erscheint am 14. August 2006 im Lerato-Verlag. Weitere Informationen gibt es auf seiner Homepage.
Sportliche Freunde
Noch nie gabs im Turnsaal der Ortweinschule soviel Schweiß wie heute. Grund und Anlass für die massiven Hautausdünstigen war die deutsche PopgruppeSportfreunde Stiller, die auf Einladung von FM4 in der Turnhalle ein Exklusivkonzert spielte. Die Ortweinschule hatte bereits vor einiger Zeit den Wettbewerb "School of Rock" gewonnen, dessen Preis heute nachmittag eingelöst wurde. Nur SchülerInnen der "Ortwein" waren zum Konzert zugelassen. Die Sportfreunde spielten alle Hits, inklusive "Auf der guten Seite", "Ein Kompliment" und "Ich, roque". Einige Songs aus dem neuen Album durften natürlich auch nicht fehlen.

"Ich, roque"

"Ausziehen! Ausziehen!" ruft ein Chor von Mädels.

"Du bist auf der guten Seite"

Alle Stücke gespielt.

Peter, Flo und Rüde heizen ein.
(Alle Fotos: Julian Ausserhofer)
5000 kilometer mit dem fahrrad
"Eigentlich sollte da hinten noch jemand dran hängen", erklärt Gottfried (51, aus Deutschland) und zeigt auf das Ende seines Fahrrads. Ein kurzfristig verhindertes Tandem also. Seit 21. April ist er unterwegs, in Rom gestartet, bis nach Krakau will er mit seinem Kollegen. Der kurve gerade irgendwo in der Grazer Innenstadt herum, so Gottfried. "Ich hoffe, ich find ihn jetzt dann wieder." Sie müssen weiter, Richtung Gleisdorf raus. "Ein paar Kilometer brauchn wa noch heut..."
Spieglein, Spieglein an der Wand
Das TUG Racing Team gibt es seit 2003 und hat mittlerweile fast 40 Mitglieder. Das Auto dieses Jahres, der TANKIA2006 („There Are No Kangaroos In Austria 2006“), ist laut Projektleiterin Barbara Schlögl „der beste und schönste Rennbolide, den das TU Team je gebaut hat“. Sie ist mit Leib und Seele dabei. Bei der Präsentation des TANKIA2006 konnte sie ihre Tränen nicht zurückhalten. Haymo Niederkofler vom TUG Racing Team ist vom TANKIA2006 ebenso begeistert: „Unser Rennbolide ist eine Ansammlung von tausenden technischen Highlights.“
Auf der anderen Seite der Mur haben die Studenten des Joanneum Racing Teams den jr06 angefertigt. Franz Michael Pinter, technischer Leiter der „FH-Weasels“, ist stolz, dass das Auto fertig ist. Sein Ziel ist es, unter die Top 5 zu kommen. Barbara Schlögl vom TU Team will höher hinaus und gewinnen.
JR vs. TANKIA
Der Konkurrenzkampf zwischen den Grazer Teams ist offensichtlich. Beim Rollout des Tankia2006 nahm jedes Team das Auto des Gegners genauestens unter die Lupe, mit negativer Kritik wurde nicht gespart: „Wie willst du mit diesem Lenkrad irgendwas anfangen?“ oder „Wir sind sowieso besser als die anderen“. Für Barbara Schlögl ist dieser Konkurrenzkampf durchaus positiv: „Teilweise wird das ganze von uns aufgebauscht, aber ein wenig Konkurrenzdenken gehört dazu. Man hat dieselben Sponsoren und der Wettbewerb belebt das Geschäft.“ Johannes Hulatsch, Sponsoringleiter von Joanneum Racing, dazu: „Im Grunde ist es ein technischer Wettkampf, der beide Teams zu Höchstleistungen antreibt. Es gibt natürlich auch einen Wettkampf um öffentliche Auftritte bzw. um Präsenz in der Presse“.
Pinter, technischer Leiter der Weasels, sieht im TU Team keinen wirklichen Konkurrenten. Die Teams seien nicht vergleichbar, denn im Gegensatz zum TU Team wird das Joanneum Racing Team jährlich neu zusammengewürfelt und steht so immer wieder vor einem Neustart.
„Unser Auto ist einfach geil und für mich ist dabei sein das Wichtigste“, betont Pinter, „aber beim Rennen werden wir ihnen extrem auf die Zehen steigen.“
Wer nun der schönste und beste Rennbolide im Steirerland ist, wird aber schlussendlich die Jury der Formula Student entscheiden.
Randerscheinung Eggenberg
„Als besonders empfinde ich in Eggenberg gar nichts: die Infrastruktur ist zu flach, es gibt keine Fachgeschäfte, nur eine überlaufene Postfiliale und nicht ein einziges ordentliches Restaurant“, sagt Markus Böhme. „Ruhiger als in der Stadt ist es hier auch nicht, zumindest nicht bei mir“, meint der 23-jährige Student.
Glaubt man Markus’ Auffassung, dann scheint Eggenberg, der 14. der 17 Grazer Gemeindebezirke, vor sich hinzuvegetieren. Und das obwohl täglich fast 2.000 Studierende an der Fachhochschule Joanneum büffeln. Reges Treiben sieht anders aus, als es sich in diesem Bezirk präsentiert.
Schule statt Feiern
Party- und Feiermöglichkeiten sind im Gegensatz zu anderen Grazer Bezirken kaum zu finden. Dafür scheint die 7,79 km² große Fläche ein Mekka für Bauarbeiten aller Art geworden zu sein. Fleißig werden Straßen asphaltiert und Häuser sprießen aus dem Boden. Sehr zum Ärger mancher Bewohner Eggenbergs, die sich durch den Lärm belästigt fühlen. Neben den geräuschvollen Bauarbeiten kostet das enorme Verkehrsaufkommen in den Stoßzeiten den Bewohnern der Reininghausstraße Nerven und Gesundheit. „Der gesamte Verkehr von Strassgang kommend tobt durch Eggenberg. Lärm und Feinstaub sind eine große Belastung für Leute, die wie ich an dieser Straße wohnen", ärgert sich Markus Böhme.
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| Zwei Pfaue sitzen auf einem Baum, sagt der eine ... (Foto:Findenig) |
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| Infrastruktur sucht man vergebens. (Foto: Findenig) |
Eins und Sieben
Für viele ist Eggenberg der Grazer Randbezirk schlechthin. Neben dem Schloss sind den meisten nur mehr das Eggenberger Bad und die Straßenbahnlinien 1 und 7 bekannt. Dass man vom Rand von Eggenberg fast 20 Minuten bis ins Zentrum benötigt, das stört die VWL-Studentin Doris Kügele nicht. Erst vor kurzem ist sie von Gries nach Eggenberg gezogen. Sie streicht die Vorzüge des Viertels, besonders am Stadtrand hervor: „Hier gibt es mehr Grünflächen und die Lärmbelastung ist deutlich geringer als im Zentrum des Bezirks.“ Doch: Je näher das Zentrum, desto weniger Grünes. Zwar gibt es Parks, wie jener um das
Schloss und in der Eckertstraße oder ein paar Bäume in der Eggenberger Allee. Frühlingsgefühle lassen dennoch auf sich warten.
Das kleine Feine
Was einige erst nach einer Weile an Eggenberg schätzen lernen, sind die kleinen Dinge, die hier vielleicht nicht sofort auf den ersten Blick erkennbar sind. Seien es die Pfaue im Schlosspark oder die immer wieder wechselnden Kulturangebote des Landesmuseum Joanneum im Schloss. Frei nach Johann Wolfgang von Goethes „Faust“: „Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehn.“
Grazgeschichten. Wie man hier lebt.
| In der Früh weckt ihn sein altes Handy, weil das neue noch nicht da ist. Er hat eins gewonnen, bei Tele2. Er gewinnt oft bei Gewinnspielen. Wenn ihn sein altes Handy weckt, ist es zwischen 7:20 und 7:40 - “je nach dem wann ich ins Bett komme“. Zwanzig Minuten sind viel in der Früh. |
Er wohnt bei den Eltern, „jetzt wieder“. Aber er hat einen eigenen Eingang und ein eigenes Bad. Er wohnt also fast allein, „kann man sagen“. Fast, denn im Moment sind Ameisen im Bad, die er prinzipiell schon mag, „Ameisenhaufen sind spannend“, aber im Bad dann „doch nicht so“. Seine Morgen-Musik ist von Donavon Frankenreiter, seine Zahnbürste elektrisch, die Zahnpaste von blend-a-med. Er zieht Jeans und Shirt an, manchmal auch noch einmal aus und etwas anderes wieder an: „Ja, ich schaue schon in den Spiegel, ob es zusammenpasst“. Er frühstückt nicht, „schlafen ist wichtiger als Essen“.
Das Auto, mit dem er zur Arbeit fährt, ist alt und gehört Bekannten, die es nicht brauchen, weil sie „noch vier andere Autos haben“. Er ist pünktlich, manchmal nicht ganz. Heute war es 8:33, statt 8:30. Er weiß das so genau, weil er „einstempeln“ muss. Mittagessen ist um zwölf, „mit den Kollegen“. Die Personalküche ist günstig und relativ gut, meistens wird er satt, manchmal nicht. Er arbeitet derzeit viel, um fünf geht er aber spätestens heim.
Er spielt Gitarre und alle zwei Wochen kommt sein fast blinder Lehrer ins Haus. Dieser hört alle seine Fehler, und „er hat ein kleines Fernrohr, mit dem er auch Details sehen kann“. Er macht einen Spanisch-Kurs auf der Volkshochschule (weil er bald auf Weltreise geht), die Hausübungen dafür vergisst er aber nur manchmal nicht. Zwei Mal in der Woche boxt er, aber nicht gegen andere.
Er kommt spät heim, er möchte „den Tag gut nützen“, und „manchmal hat er auch viel zu tun“. Wenn er vorm Einschlafen an die Arbeit denken muss, ist er überlastet. Manchmal denkt er bewusst an „coole Erlebnisse vom Tag“, manchmal auch nicht. Und an seine Freundin, die gerade in Nepal ist. Meistens schläft er gleich ein.
Er träumt – manchmal.



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