Im kleinen, aber sehr feinen Rahmen
„The stars are underground“ – so lautet nicht nur ein Songtitel der „Frames“, die Phrase trifft auch ein bisschen auf die Situation der irischen Band zu, ist sie doch trotz jahrelanger Bühnenpräsenz noch immer ein Geheimtipp unter Liebhabern guter Musik. Aus diesem Grund spielten „The Frames“ im Grazer Orpheum auch nur vor ein paar hundert Leuten – aber immerhin, denn: „The last time we were here there were about five people…“, freute sich Frontman Glen Hansard über sein gewachsenes Publikum. Mit diesem trat der charismatische Entertainer auch während des gesamten Konzertes immer wieder in Kontakt. Neben erhörten Liederwünschen gaben die Fans nämlich tatsächlich den Takt vor. Da kann schon mal ein lautes „One, two, three, four!“ aus dem Publikum schallen, und die Band steigt darauf ein.
Immer auf Augenhöhe mit dem Publikum und ohne Starallüren lieferten „The Frames“ ein stimmungsvolles Konzert, das in dreierlei Hinsicht durch Balance glänzte: Bei dem ausgewogenen Verhältnis zwischen alten und neuen Songs und der Abwechslung zwischen Ruhigem und Tanzbarem kam jeder auf seine Rechnung. Dass es die Zugaben außerdem mindestens auf die Länge des eigentlichen Konzertes brachten, machte wohl alle Anwesenden glücklich. Nachdem die Band aber das dritte Mal wieder die Bühne betrat, stellte Glen Hansard klar: „Now this is definately our last fucking song!“ Es verwunderte allerdings nicht, dass sein Plan, das Publikum solle während des Schlussgesanges den Saal verlassen, nicht wirklich aufging – sehnsüchtig wurde versucht, auch noch die letzten Töne dieser wunderbaren Musik einzusaugen.
Ein Patzer passierte Glen Hansard aber doch: Als er versuchte, dem Publikum die richtige Tonlage für seinen Gesang zu erklären, erinnerten seine Gesten ein bisschen an den Hitler-Gruß. Aber gut, Nachhilfe in Geschichte können die Iren gerne bei ihrem nächsten Graz-Aufenthalt bekommen.
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