zivilcourage adé
heute gabs im "standard" einen artikel, der für wogen sorgte: ein richter quittierte die aussagen von augenzeugen einer möglicherweise rassistisch motivierten amtshandlung von polizisten mit folgenden worten: "Es hat Sie nicht zu interessieren, was die Polizei macht".
der österreichische menschrechtler und asylanwalt georg bürstmayr weist in diesem zusammenhang im österreich-blog der zeit auf ein interessantes abhängigkeitsverhältnis zwischen legislative und judikative hin: "Strafrichter brauchen die Polizei, weil letztere ersteren unendlich viel Arbeit abnimmt, ohne die detaillierte Vorarbeit der Polizei würde in Ö die Strafjustiz schlicht zusammenbrechen."
"es hat sie nicht zu interessieren...", dem ist völlig zuzustimmen, man stelle sich vor, irgendwelche passanten mischen sich in amtshandlungen ein?! damit dürfte jeder zuschauen und kommentieren bzw. diskutieren, ob die polizei ihre arbeit richtig macht, wo bleibt der datenschutz? wer möchte -wenn er z.b. wegen eines kaufhausdiebstahls- perlustriert wird, dass die allgemeinheit dabei zuschaut und sich ergötzt? der menschenrechtler und asylanwalt georg bürstmayr scheint ein besonders schlauer zu sein, wenn er anmerkt, dass die judikative auf die arbeit der exekutive angewiesen ist, das ist wohl der sinn der gewaltentrennung, oder?