nun auch "heute"
Mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren ist die
Gratistageszeitung "Heute" ab Montag mit einer
Mutationsausgabe in Graz präsent. Bei der Präsentation am
Sonntagabend kündigte Herausgeberin und Geschäftsführerin Eva Dichand
eine - im Gegensatz zum aggressiven Stil der regionalen Medien -
positive Blattlinie an, in der die "Helden des Alltags"
hervorgestrichen werden sollen. (APA, via derstandard.at)
bukowsky
charles b. meinte in einem vergleichbaren zusammenhang, das sei wie die wahl zwischen aufgewärmter und kalter scheiße.
...
Gespannt kann man vor allem auf die "positive Blattlinie" sein...
aggressiv
naja die hier schon thematisierte affinität der kleinen zeitung zum tod lässt sich vielleicht als aggressive/negative blattlinie werten. "heute" wird dem vielleicht mehr "wir begrüßen euch"-babybildchen entgegensetzten. und statt "in china ist ein rad umgefallen" lesen wir dann "ein heldenhafter mitbürger hat gestern abend in china ein mutwillig umgefallenes rad wieder aufgestellt."
Traurige Tendenz
Vorallem traurig ist die langjährige Tendenz in der Medienlandschaft, daß einerseits immer mehr Medien von immer weniger Büros aus orientiert werden und andererseits ein Grossteil der neuen Printmedien mit kurzgehaltenen Artikeln Meinungen transportieren, statt über Hintergründe zu informieren.
Claudia
orientierungslos …
also, dass medien von büros aus orientiert werden sollen, verstehe ich nicht. ein medium orientiert sich an seiner zielgruppe, an inserenten, an den interessen der herausgeber … ich denk, du meintest, dass immer mehr medien von immer weniger medienhäusern produziert werden = medienkonzentration. und ich denke auch, dass es nicht an der länge eines artikels liegt, ob über hintergründe informiert wird oder nicht, sondern an der kompetenz des autors. und davor sollten wir uns fürchten: immer mehr inkompetenten dilletierenden selbstgefälligen allesbesserwissenden schreiberlingen wird durch die neue medienvielfalt die mögichkeit geboten, sich zu produzieren. frag mal bei den juk-studiengangsleitern und - lehrenden nach …
wie konnte ich nur …
… so einen fauxpax begehen. bitte um verzehung hmf
soll natürlich verzeihung heißen …
musste das schreiben, bevor die beckmesser zuschlagen
leser / orientierungslos
Du hast Dir im wesentlichen selber die Antwort gegeben, nämlich, daß die Orientierung an (!) bestimmten Aspekten ausgerichtet wird, diese aber aus (!) wenigen Büros heraus stattfindet.
Weil Du den Studiengang erwähnt hast nehme ich an, daß Du in der Ausbildung bist und spätestens, wenn Du Dir überlegst, für welches Medium Du arbeiten möchtest bzw. "sensible Themen" ansprechen willst, die der Orientierung dieses Mediums nicht entsprechen, wird der Begriff Orientierung klar.
Es gibt natürlich auch keinen allgemeinen Beweis, daß längere Artikel tiefgründiger sind als kurze, aber anspruchsvollere Themen haben es meist an sich, daß sie mehr Platz in Anspruch nehmen.
Claudia
auf den punkt
Ansruchsvollere Themen würde so mancher vielleicht gern auf 10 Seiten abhandeln. So viel Platz ist aber in einem Medium kaum vorhanden (außer vielleicht die Aufmachergschicht eines Wochen- oder gar Monatsmagazins). Die Kunst im Journalismus ist es, auch kurze Texte gut, verständlich und hintergründig zu schreiben. Also es kommt nicht (nur) auf den Umfang an. P.S. Das ist kein Plädoyer für die Österreichische Medienlandschaft!
auf den punkt
Hallo tales,
da hast Du natürlich recht und mit einem "Plädoyer" könnte man sich an dieser Stelle auch an die Leser wenden, man nehme sich Zeit für die guten Medien und lasse die schlechten hinter sich untergehen.
Ein spannendes Wochenende, Claudia
gute medien?
bitte um aufklärung: was ist deiner meinung nach ein gutes medium? eines, das hoch subventioniert durch presseförderung der steuerzahler an den lesern vorbei-schreibt, weil's ja eh egal ist ob sich das medium selbst tragen kann? oder eines, dass sich jener themen annimmt, die die breite masse wirklich interessieren und versucht, diese themen möglichst neutral und ohne den schulmeisterbleistift zu spitzen, darzustellen und zu hinterfragen? und woran misst man, ob ein medium gut oder weniger gut ist? am wirtschaftlichen erfolg? daran, ob es billig-abos für jene gibt, die zwar mit der zeitung unterm arm spazieren gehen, aber keinen tau davon haben, was drinnen steht? oder daran, dass die zeitung zwar niemand gelesenh haben will, aber trotzdem jeder weiß war drinnen gestanden ist? ich meine, es gibt eigentlich nur ein messbares kriterium: und das lautet: dass möglichst viele der potenziellen medienkonsumenten dieses oder jenes medium konsumieren, weil sie darin jenes informationen finden, die sie suchen! und, bevor ich’s vergesse, claudia: den juk-studiengang erwähne ich deshalb so oft, weil er mit dem anspruch eingerichtet wurde, künftige generationen von professionellen kommunikatoren heranbilden zu wollen. ich selbst bin länger in diesem g’schäft, als du auf der welt. schönen wochenstart
leser und die guten medien
Hallo Leser!
Es mag durchaus sein, daß Du länger in diesem "g'schäft" bist, als ich auf der Welt - allerdings ist mir nicht klar, wie diese Tatsache inhaltlich etwas zu diesem Artikel beitragen könnte.
Die elementare Frage - nicht nur im Zusammenhang mit der Medienlandschaft - ist die Suche nach einer Definition für das Gute und das Schlechte. Zweifellos läßt Du in Deinen Worten erkennen, daß das Gute sich aus einer Mehrheit heraus definiert und sich im konkreten Beispiel - wenn möglich - selbst (finanziell) tragen sollte.
Die Form, wie Du Deine Fragen formuliert hast, verraten mir natürlich, daß Du auch meine Meinung dazu kennst und folglich bleibt mir nur zu bestätigen, daß Du richtig liegst, wenn Du erkannt hast, daß ich anderer Meinung bin.
Alles Gute nach Graz und Kopf hoch! Claudia
kopf hoch …
danke für alles gute nach graz - aber kopf hoch? nein wirklich nicht. kopf hoch - das ist was für menschen, die glauben, die weisheit mit dem löffel gefressen zu haben. ich halte meinen kopf lieber gerade, so dass ich meinem gegenüber in die augen schauen kann! und du scheinst nicht genau zu lesen: das länger im g’schäft bezog sich ausschließlich auf deinen juk-bemerkung. und aus meinen fragen herauslesen zu meinen, ich würde eine gute zeitung nur als eine, die sich ausschließllich wirtschaftlich erfolgreich behauptet, sehen, zeigt nur, dass du noch nicht gelernt hast, dass man sich vor voreiligen schlüssen hüten sollte, damit man nicht genasführt wird. oder liegt es daran, dass du deinen kopf hoch trägst und dabei den überblick verloren hast?
heute ist alles ok
nun: sowohl frau dichand als auch die styria zeigen mit ihren gratis-tageszeitungen, was eine zeitung nicht sein soll: eine gedruckte, schön verpackte zusammenfassung der agenturmeldungen von gestern. und ich find die positive blattlinie von heute und die dort zu findenden helden des alltags, wie sie angekündigt wurden, auch in der heutigen dritten ausgabe des gratisblattls nicht. aber aus sicht von frau dichand ist trotzdem alles ok
Das wird ein spannendes Match zwischen "ok" und "heute". Denn es kann nur eine/n geben...auf dauer.